Nach zwei langen Coronaschuljahren, in denen es den SchülerInnen kaum möglich war, Klassenfahrten zu unternehmen, konnte die diesjährige Abschlussklasse der AHVS eine Abschlussfahrt durchführen.

Mitte Juli fuhren die SchülerInnen 11 Stunden mit dem Zug an die Ostsee, nach Prora (Rügen). Dort erlebten sie 5 Tage wunderschöne Strände, die Kreidefelsen und den Kaiserstuhl. Außerdem ließen es sich die SchülerInnen nicht nehmen, die Geschichte ihrer Unterkunft zu erkunden. Die Jugendherberge Prora ist im „Koloss von Rügen“ untergebracht, der als geplantes „Kraft-durch-Freude –Seebad Rügen“ bekannt ist. Das NS-Regime ließ diese 4,7 km lange Anlage von 1936 – 1939 erbauen, als Urlaubsort für die Deutschen.

Während des Krieges wurden in Prora Polizeibataillone eingerichtet, Frauen und Mädchen zu Nachrichtenhelferinnen der Kriegsmarine ausgebildet, 1944 wurde ein Lazarett installiert und bei Kriegsende wurde es zu einem Flüchtlingslager.

Nach dem Krieg  bezogen Truppenteile der sowjetischen Armee die bewohnbaren Gebäude, die ab 1952 für die „Kasernierte Volkspolizei“ ausgebaut wurden und aus denen 1956 die „Nationale Volksarmee“ (NVA) der DDR hervorging. Die NVA nutzte Prora bis 1990 als Kaserne und für militärtechnische Schulen.

Heute wird das Gebäude aufwändig saniert und zu Luxusimmobilien umgebaut.

Die SchülerInnen waren beeindruckt von der tollen Führung, mit detaillierten Beschreibungen über die NS-Zeit und sammelten viele individuelle Eindrücke mit Hilfe einer digitalen Schnitzeljagd.

Diese besonderen Eindrücke konnten wir mit der finanziellen Unterstützung der Kriegsgräberfürsorge durchführen, wofür sich die SchülerInnen und Lehrerinnen der AHVS  ganz herzlich bedanken möchten. Es ist wichtig, die Vergangenheit nicht aus den Köpfen der Menschen verschwinden zu lassen, mit ihrer Spende leisten die Kriegsgräber hierfür einen großen Dienst. Die jungen Generationen kennen kaum noch Zeitzeugen und müssen durch Bilder, Erzählungen und historische Stätten für die Geschichte sensibilisiert werden.